Autofahrt ohne Tablet: Spiele, die verbinden

Autofahrt ohne Tablet: Spiele, die verbinden

Du sitzt am Steuer, hinten geht das Genörgel los. „Sind wir bald da?" Zwei Minuten später Streit ums Kuscheltier. Deine Hand wandert automatisch zum Handschuhfach, wo das Tablet liegt. Ruhe kehrt ein. Für dich als Fahrer ist das oft die einzige Möglichkeit, dich auf die Straße zu konzentrieren.

Das ist völlig okay. Kein Vorwurf, keine schlechte Eltern-Karte. Auf der Autobahn brauchst du Ruhe im Kopf, nicht noch mehr Stress. Aber manchmal, wenn Zeit und Nerven es zulassen, kann die Fahrt auch zu einem gemeinsamen Moment werden statt zu vier stillen Bildschirmen.

Die folgenden Spiele brauchen kein Material, keine Vorbereitung und funktionieren fast in jedem Alter. Du musst nicht jedes Mal spielen. Schon ein Spiel auf einer längeren Fahrt reicht, um aus Sitzenbleiben ein Miteinander zu machen.

Dein Impuls: Drei Spiele ohne Zubehör

Ich sehe was, das du nicht siehst Der Klassiker funktioniert im Auto besonders gut, weil draußen ständig neue Dinge vorbeiziehen. „Ich sehe was, das ist rot" und schon rät die ganze Rückbank mit. Für kleinere Kinder reicht eine Farbe, größere raten gern nach Form oder Anfangsbuchstabe. Der Trick: Auch du als Fahrer kannst mitraten, ohne die Augen von der Straße zu nehmen.

Kennzeichen-Wörter Jedes vorbeifahrende Auto hat ein Kennzeichen mit Buchstaben. Aus diesen Buchstaben ein Wort oder einen Satz bilden, das macht selbst Erwachsenen Spaß. Aus „M-K-P" wird zum Beispiel „Mama kocht Pizza". Ältere Kinder lieben es, möglichst absurde Sätze zu erfinden. Ideal für Fahrten auf der Landstraße, wo genug Zeit zum Nachdenken bleibt.

Die Geschichten-Kette Einer fängt an: „Es war einmal ein Hund, der..." Nach ein, zwei Sätzen ist die nächste Person dran, die Geschichte weiterzuspinnen. Kein Ziel, keine Regeln, nur Fantasie. Bei uns enden diese Geschichten regelmäßig komplett absurd, mit sprechenden Bratkartoffeln oder Astronauten auf dem Spielplatz. Genau das macht es so schön. Die Kinder lachen, du lachst mit, und plötzlich sind zwanzig Minuten Fahrt vorbei, ohne dass jemand nach dem Tablet gefragt hat.

Kein Alles-oder-Nichts

Diese Spiele ersetzen nicht jede Fahrt mit Bildschirm. Bei der fünfstündigen Fahrt in den Urlaub, wenn alle müde sind und du dich aufs Fahren konzentrieren musst, darf das Tablet ruhig weiterhin seinen Platz haben. Es geht nicht um ein neues Verbot, sondern um eine zusätzliche Option für die Momente, in denen ihr Zeit und Energie füreinander habt.

Manchmal reicht es, das Spiel einfach anzubieten: „Wollen wir was spielen?" Wenn die Antwort „Nein, ich will das Tablet" ist, ist das auch in Ordnung. Der Punkt ist nicht, jede Fahrt zu einem pädagogisch wertvollen Erlebnis zu machen. Der Punkt ist, dass es diese Alternative überhaupt gibt, griffbereit im Kopf, für die Fahrten, in denen ihr Lust darauf habt.

Wir haben festgestellt: Je öfter wir diese kleinen Spiele einfach anbieten, desto öfter kommt die Frage inzwischen von den Kindern selbst. „Papa, lass uns Kennzeichen-Wörter spielen." Das war am Anfang nicht so. Es braucht ein bisschen Übung, bis sich das Spielen im Auto als Gewohnheit etabliert. Aber wenn es klappt, wird aus reiner Fahrzeit echte gemeinsame Zeit, ganz ohne Bildschirm.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter funktionieren diese Spiele? Die meisten funktionieren schon ab etwa vier Jahren, wenn Kinder Farben und einfache Begriffe kennen. Die Geschichten-Kette klappt oft

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