Wenn das Tablet ausgeht und das Drama beginnt

Du kommst von der Arbeit, bist müde, die Kinder schauen etwas auf dem Tablet. Dass das Gerät mal läuft, damit du in Ruhe das Abendessen hinbekommst, ist völlig in Ordnung. Das Problem ist der Moment danach: Das Tablet soll ausgemacht werden, und sofort gibt es Tränen, Geschrei und das ganze Drama.
Das liegt nicht an mangelnder Disziplin, weder bei dir noch beim Kind. Wenn Kinder in einen Bildschirm schauen, sind sie wie in einem Tunnel. Wenn wir einfach sagen „Mach das jetzt aus", reißen wir sie abrupt aus dieser Welt. Das führt fast immer zur Eskalation.
Dein Impuls: Die 2-Minuten-Brücke
Versuch es heute mal anders. Setz dich, bevor das Gerät ausgemacht wird, für genau zwei Minuten neben dein Kind. Schau mit auf den Bildschirm und frag ehrlich interessiert: „Zeig mal, was baust du da gerade? Wer ist das?"
Lass dir kurz erklären, was dort passiert. Damit trittst du in seine Welt ein. Wenn du dann sagst „Okay, wir machen jetzt Pause und decken zusammen den Tisch", ist der Übergang viel sanfter. Du bist kein Störfaktor mehr, der von außen den Stecker zieht, sondern ihr seid schon im Kontakt.
Kein Verbot, kein schlechtes Gewissen. Nur zwei Minuten, die den Abend spürbar ruhiger machen.