Handy in der Beziehung: Statistik 2026 (geprüfte Zahlen)

Handy in der Beziehung: Statistik 2026 (geprüfte Zahlen)

Es ist halb zehn. Ihr sitzt auf dem Sofa, der Fernseher läuft, und jeder von euch hält ein Handy in der Hand. Irgendwann fragt einer: „Hast du was gesagt?“ Und keiner weiß es mehr so genau.

Meine Frau und ich sind vor ein paar Jahren über das Wort Phubbing gestolpert. Unser erster Gedanke war: Krass, das machen wir ja auch. Danach wollte ich wissen, wie verbreitet das ist. Gelandet bin ich in einem Sumpf aus Zahlen, von denen ein guter Teil nicht stimmt.

Deshalb gibt es diese Seite. Hier stehen nur Zahlen, die an der Originalquelle geprüft sind, jeweils mit Land, Jahr, Stichprobe und genauer Frage. Denn „finden es okay“ ist etwas anderes als „machen es“. Und eine Umfrage zeigt einen Zusammenhang, keine Ursache.

Vorweg das Entlastende: Wenn ihr euch in diesen Zahlen wiederfindet, seid ihr in großer Gesellschaft. Das sagt nichts über eine kaputte Beziehung. Zwei müde Menschen halten abends ein Gerät in der Hand, das nie müde wird.

Nebeneinander statt miteinander

Die Zahl, die uns am meisten getroffen hat, stammt aus der ElitePartner-Studie 2026. Befragt wurden 4.350 Menschen in Beziehungen in Deutschland. 28 Prozent stimmten diesem Satz zu: „Durch unseren Medienkonsum sind unsere Abende eher ein Nebeneinander als ein Miteinander.“ Gemeint sind alle Bildschirme, auch der Fernseher.

In derselben Studie sagen 24 Prozent, dass sie sich vernachlässigt fühlen, wenn der Partner viel Zeit mit Medien verbringt. Zwei Jahre vorher hatte ElitePartner gezielt nach dem Handy gefragt. Den Satz „Manchmal wünschte ich mir, mein Partner würde mir so viel Aufmerksamkeit schenken wie dem Handy“ unterschrieben insgesamt 22 Prozent. Bei den 30- bis 39-Jährigen waren es 32 Prozent.

Das sind Selbstauskünfte. Spannender wird es, wenn jemand misst. Ein Team um Brandon McDaniel hat in den USA bei 247 Menschen acht Tage lang die Handynutzung aufgezeichnet, gezielt in der Zeit mit dem Partner (McDaniel u. a. 2025). Ergebnis: In 27,75 Prozent dieser gemeinsamen Zeit waren die Leute am Handy. Rechnerisch sind das von einem Zwei-Stunden-Abend gut 33 Minuten.

Und jetzt das Überraschende: Wie viel jemand insgesamt am Handy war, hing in dieser Studie nicht messbar mit der Beziehung zusammen. Die Minuten, in denen der Partner danebensaß, dagegen schon. Auch das ist ein Zusammenhang und kein Beweis, dass das Handy die Beziehung verschlechtert.

Das Pew Research Center hat im Herbst 2019 4.860 Erwachsene in Partnerschaften gefragt, wie oft ihr Partner vom Handy abgelenkt ist, wenn sie mit ihm reden wollen. 51 Prozent sagten: Mindestens manchmal. Bei den 30- bis 49-Jährigen waren es 62 Prozent.

Ich gehöre selbst in diese Statistik, nur auf der anderen Seite. Ich habe meiner Frau jahrelang geantwortet, ohne hochzuschauen. Gemerkt habe ich das damals nicht mal.

Das Schlafzimmer

Wo das Handy nachts liegt, haben Forscherinnen und Forscher der Universität Hohenheim untersucht (Jansen und Vogelgesang, Media Perspektiven 2021, 1.081 Befragte zwischen 18 und 49 Jahren, befragt im Juni 2020). Bei Menschen, die mit Partner zusammenleben, liegt das Handy in 73 Prozent der Fälle über Nacht im Schlafzimmer. Und von allen, deren Handy nachts eingeschaltet im Schlafzimmer liegt, schauen 52 Prozent drauf, wenn sie nachts aufwachen.

Am Morgen geht es weiter. Laut Deloitte (2024, 2.000 Befragte in Deutschland) schauen 46 Prozent sofort nach dem Aufwachen aufs Smartphone.

In der ElitePartner-Studie 2026 stimmen 17 Prozent der Liierten dem Satz zu: „Unser Medienkonsum wirkt sich negativ auf unser Sexleben aus.“ Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es 27,5 Prozent. Auch hier geht es um Medien allgemein, eingeschätzt von den Befragten selbst.

Dass es auch anders geht, zeigt Österreich. Laut einer Umfrage von Marketagent für Parship.at (739 Liierte, rund um den Jahreswechsel 2025/26) haben 48 Prozent der Paare ihr Schlafzimmer handyfrei erklärt. Der Unterschied nach Alter ist riesig: Bei den 60- bis 75-Jährigen sind es drei von vier, bei den Unter-40-Jährigen nur 28 Prozent.

Wer dort anfangen will: Handyfreies Schlafzimmer als Paar löst unter anderem die Wecker-Frage.

Kontrolle und Eifersucht

Bitkom Research hat Anfang 2026 1.449 Menschen in Deutschland mit Beziehungserfahrung gefragt: „Haben Sie schon ohne ausdrückliche Erlaubnis das Smartphone Ihrer aktuellen oder ehemaligen Partnerin bzw. Ihres Partners durchsucht?“ 26 Prozent sagen Ja. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 43 Prozent. Von denen, die nachgeschaut haben, fühlte sich jeder Vierte danach in seinem Verdacht bestätigt.

Die ElitePartner-Studie 2024 (3.975 Liierte) fragt enger, nach dem heimlichen Lesen von Nachrichten in der aktuellen Beziehung. Insgesamt geben das 26 Prozent zu, bei Frauen in ihren Dreißigern sind es 41 Prozent.

In einer weiteren Bitkom-Befragung von 2026 sagen 20 Prozent, digitale Medien erleichtern es ihnen, Partner oder Partnerin zu kontrollieren.

Und was macht überhaupt misstrauisch? In der ElitePartner-Studie 2022 (6.100 Befragte) nannten 32 Prozent den Moment, in dem der Partner nicht auf Nachrichten antwortet, aber online ist.

Falls dich das gerade umtreibt: Eifersüchtig aufs Handy des Partners trennt das Gefühl, zu kurz zu kommen, von einem echten Verdacht.

Der Vergleich mit anderen Paaren

In der ElitePartner-Studie 2024 stimmten 27 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und ebenfalls 27 Prozent der 30- bis 39-Jährigen diesem Satz zu: „Schöne Bilder vom Alltag anderer Paare geben mir manchmal das Gefühl, dass meine eigene Beziehung langweilig ist.“

Ich finde das tröstlich. Die Bilder zeigen ja nur die zwei Minuten, in denen jemand die Kamera gehalten hat.

Reden gegen Handy: Die Minuten im Vergleich

ElitePartner hat 4.234 Liierte gefragt, wie lange sie mit ihrem Partner sprechen (Studie 2025). Werktags sind es nach eigener Einschätzung im Schnitt 99 Minuten, am Wochenende 143. Jedes fünfte Paar (21 Prozent) redet werktags höchstens eine halbe Stunde.

Bitkom kommt 2026 auf eine geschätzte Smartphone-Nutzung von 180 Minuten am Tag. Zwei verschiedene Studien, beides Selbstauskunft, also Vorsicht beim direkten Vergleich. Die Richtung ist trotzdem klar.

Das Statistische Bundesamt kommt mit einer ganz anderen Methode zu einem ähnlichen Bild. Für die Zeitverwendungserhebung 2022 haben rund 20.000 Menschen Tagebuch über ihre Zeit geführt. Von der Freizeit entfallen fast drei Stunden auf Mediennutzung. Für soziale Kontakte wie Gespräche und Telefonate bleibt gut eine Stunde. Und in dieser einen Stunde ist die Nutzung sozialer Medien schon mitgezählt.

Wie viel Zeit genau aufs Handy geht und wie schlecht wir das selbst einschätzen, steht in Wie oft schauen wir aufs Handy?

Alle Zahlen auf einen Blick

Zahl Was genau gefragt oder gemessen wurde Land, Jahr, Stichprobe Quelle
28 % Zustimmung: „Durch unseren Medienkonsum sind unsere Abende eher ein Nebeneinander als ein Miteinander.“ DE, Okt./Nov. 2025, 4.350 Liierte ElitePartner 2026
24 % Fühlen sich vernachlässigt, wenn der Partner viel Zeit mit Medienkonsum verbringt DE, Okt./Nov. 2025, 4.350 Liierte ElitePartner 2026
32 % (30 bis 39 J.) Wünschen sich manchmal so viel Aufmerksamkeit, wie der Partner dem Handy schenkt. Gesamt 22 % DE, Okt./Nov. 2023, 3.340 Liierte ElitePartner 2024
27,75 % Anteil der gemeinsamen Zeit mit dem Partner, in der das Handy genutzt wurde, per Tracking gemessen USA, 2025, 247 Personen, 8 Tage McDaniel u. a. 2025
62 % (30 bis 49 J.) Partner ist mindestens manchmal vom Handy abgelenkt, wenn man mit ihm reden will. Gesamt 51 % USA, Okt. 2019, 4.860 Erwachsene in Partnerschaft Pew Research Center 2020
73 % Handy liegt über Nacht im Schlafzimmer (Befragte, die mit Partner zusammenleben) DE, Juni 2020, 1.081 Personen, 18 bis 49 J. Jansen & Vogelgesang 2021
46 % Schauen sofort nach dem Aufwachen aufs Smartphone DE, Mai 2024, 2.000 Personen Deloitte 2024
27,5 % (18 bis 29 J.) Zustimmung: „Unser Medienkonsum wirkt sich negativ auf unser Sexleben aus.“ Gesamt 17 % DE, Okt./Nov. 2025, 4.350 Liierte ElitePartner 2026
3 von 4 zu 28 % Handyfreies Schlafzimmer bei 60- bis 75-Jährigen und bei Unter-40-Jährigen. Gesamt 48 % AT, Dez. 2025 bis Jan. 2026, 739 Liierte Parship.at / Marketagent
26 % (16 bis 29 J.: 43 %) Haben schon ohne Erlaubnis das Smartphone des Partners oder Ex-Partners durchsucht DE, Jan. 2026, 1.449 Personen Bitkom 2026
41 % (Frauen, 30 bis 39 J.) Haben in der aktuellen Beziehung heimlich Nachrichten auf dem Handy des Partners gelesen. Gesamt 26 % DE, Okt./Nov. 2023, 3.975 Liierte ElitePartner 2024
32 % Werden hellhörig, wenn der Partner nicht antwortet, aber online ist DE, Okt./Nov. 2021, 6.100 Personen ElitePartner 2022
27 % (18 bis 39 J.) Bilder anderer Paare geben manchmal das Gefühl, die eigene Beziehung sei langweilig DE, Okt./Nov. 2023, 3.340 Liierte ElitePartner 2024
99 Min. Gesprächszeit mit dem Partner an Werktagen, Selbsteinschätzung DE, Okt./Nov. 2024, 4.234 Liierte ElitePartner 2025
180 Min. Geschätzte tägliche Smartphone-Nutzung, Selbstauskunft DE, Jan./Feb. 2026, 1.006 Personen Bitkom 2026
fast 3 Std. zu gut 1 Std. Freizeit für Mediennutzung gegenüber sozialen Kontakten (inklusive sozialer Medien) DE, 2022, rund 20.000 Personen, Tagebuch Statistisches Bundesamt

Alle Zahlen dürft ihr gern zitieren, bitte immer mit der jeweiligen Originalquelle. Stand der Prüfung: Oktober 2026.

Zahlen, die oft zitiert werden, aber nicht stimmen

Diese Zahlen stehen in Ratgebern, auf Instagram und sogar in Zeitungen. Einer Prüfung halten sie nicht stand.

„Paare reden nur zwei Minuten am Tag miteinander.“ Manchmal sind es auch vier oder zehn. Für keine dieser Varianten gibt es eine nachvollziehbare Quelle. Belegte Selbstauskünfte liegen bei rund 99 Minuten an Werktagen.

„Wir schauen 150 Mal am Tag aufs Handy.“ Das war eine Überschlagsrechnung aus der Zeit der Tastenhandys, keine Messung.

„Schon ein Handy auf dem Tisch ruiniert jedes Gespräch.“ Die bekannten Laborstudien dazu ließen sich in Wiederholungen nicht bestätigen. Besser belegt ist ein kleiner Effekt, wenn die Handys beim Essen auch benutzt werden können.

„Paare ohne Handy im Schlafzimmer haben 28 Prozent mehr Sex.“ Kommt aus einem App-Blog, nicht aus einer Studie.

„53 Prozent der Deutschen verzichten lieber auf Sex als aufs Handy.“ Befragt wurden nur iPhone-Nutzer, im Auftrag eines Händlers für gebrauchte Handys. Über „die Deutschen“ sagt das nichts.

„Laut Parship nimmt jeder Zweite das Handy mit ins Bett.“ In der Studie steht, dass 50 Prozent Geräte im Bett okay finden. Ob sie es tun, wurde gar nicht gefragt.

Was wir daraus mitnehmen

Ehrlich gesagt hat mich keine Zahl so beschäftigt wie die von McDaniel. Die drei Stunden am Tag sind gar nicht der Punkt. Der Punkt sind die Minuten, in denen jemand neben dir sitzt und du gerade woanders bist.

Bei uns hat kein großer Plan geholfen. Wir hatten uns mal einen großen gemeinsamen Abend vorgenommen. Der kam nie. Geblieben sind Kleinigkeiten: 20 Minuten Spazierengehen nach der Arbeit, ohne Handy. Ein handyfreier Esstisch. Und ein konkretes Danke statt eines allgemeinen.

Wenn du heute nur eine Sache ausprobierst, dann diese: Leg das Handy weg, sobald dein Partner anfängt, etwas zu erzählen. Nur für dieses eine Gespräch. Keine Regel, kein Projekt. An der Statistik ändert das nichts. An eurem Abend vielleicht schon.

Was nachweislich hilft, steht in Weniger Handy: Was Experimente wirklich zeigen. Wie ihr das Thema ansprecht, ohne dass es Streit gibt, zeigt Partner ständig am Handy?. Und alle unsere Texte zum Thema findest du gesammelt unter Handy in der Beziehung.

Häufige Fragen

Wie viele Paare sitzen abends nebeneinander am Handy? In der ElitePartner-Studie 2026 sagen 28 Prozent der Liierten in Deutschland, ihre Abende seien durch Medienkonsum eher ein Nebeneinander als ein Miteinander. Gemessen per Tracking in den USA (McDaniel 2025) waren 27,75 Prozent der gemeinsamen Zeit Handyzeit.

Was bedeutet Phubbing? Das Wort setzt sich aus den englischen Begriffen für Telefon und Abweisen zusammen. Es beschreibt den Moment, in dem jemand sein Gegenüber zugunsten des Displays übergeht.

Wie viele Menschen schauen heimlich ins Handy ihres Partners? Laut Bitkom (2026, 1.449 Befragte in Deutschland) haben 26 Prozent schon ohne Erlaubnis das Smartphone ihres aktuellen oder früheren Partners durchsucht. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 43 Prozent.

Schadet das Handy der Beziehung? Umfragen zeigen Zusammenhänge, aber keine Ursache. Es kann auch sein, dass unzufriedene Paare öfter zum Handy greifen. Experimente zeigen aber, dass weniger Handy das Wohlbefinden verbessern kann.

Wie viele Paare schlafen mit dem Handy im Schlafzimmer? In Deutschland liegt bei 73 Prozent der Menschen, die mit Partner zusammenleben, das Handy nachts im Schlafzimmer (Uni Hohenheim, 2020). In Österreich sagen 48 Prozent der Liierten, ihr Schlafzimmer sei handyfrei, bei den Unter-40-Jährigen nur 28 Prozent.

Stimmt es, dass Paare nur ein paar Minuten am Tag miteinander reden? Nein. Für die oft zitierten zwei oder vier Minuten gibt es keine Quelle. In der ElitePartner-Studie 2025 schätzen Paare ihre Gesprächszeit an Werktagen auf 99 Minuten. Jedes fünfte Paar redet werktags aber höchstens eine halbe Stunde.

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